Häufig gestellte Fragen

Dr. Eckart von Hirschhausen antwortet

Was motiviert prominente Menschen zum Stiften?

Medizin und Humor zu verbinden ist mein Lebensthema, sowohl in der Forschung als auch in der praktischen Anwendung in der Psychotherapie für Erwachsene und durch Clowns im Krankenhaus für die Kleinen. Ich habe HUMOR HILFT HEILEN gegründet, weil ich mit steigender Prominenz überregional diese Ideen voranbringen kann. Konkret will ich auch etwas für die sinkende Motivation meiner Arztkollegen und der Pflegekräfte tun. Ich habe mit „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“ und „Glück kommt selten allein“ die erfolgreichsten Sachbücher 2008 und 2009 geschrieben. Damit hatte niemand gerechnet – ich auch nicht. Und da dachte ich, halt’ dich doch mal an das, was du weißt: Geld macht glücklich – wenn man es für andere ausgibt. Deswegen habe ich „HUMOR HILFT HEILEN“ gegründet.

Was ist insbesondere von der viel gehörten Äußerung zu halten, dass Stifter der Gesellschaft aus Dankbarkeit etwas zurückgeben möchten?

Ich kenne sehr unterschiedliche „VIPs“. Diejenigen, die etwas mehr nachdenken, wissen, dass es auch viele andere talentierte und hart arbeitende Menschen gibt, die nicht das gleiche Glück und den Erfolg hatten. Die sind tatsächlich dankbar und haben auch oft das Gefühl: Wenn mir schon die Leute Aufmerksamkeit schenken, dann will ich die nicht nur für mich als Person sondern auch für Projekte, Ideen und Vorhaben, die wichtiger sind als ich und weniger vergänglich wie Ruhm. Jeder Mensch braucht Sinn im Leben, und „Vermögen“ bedeutet nicht Geld anhäufen sondern: Ich vermag etwas Sinnvolles und Sinn-Stiftendes zu bewegen.

Waren Sie auch mal als Klinikclown unterwegs?
Warum ist es wichtig, dass Klinikclowns das Krankenhausleben aufmischen?

Früher ging ich selber öfter als Zauberkünstler mit auf die Clownsvisite. Daher weiß ich auch, wie wichtig diese Arbeit ist. Heute erreiche ich mehr, wenn ich bundesweit die Idee bekannter mache und bei meinen Bühnenauftritten, über die Bücher und CDs Geld zusammenbringe und spende.

Kann man mit Humor tatsächlich heilen oder ist Humor nur Ablenkung?

Lachen ist wissenschaftlich untersucht worden. Die Wirkung hält länger an und geht weit über „Ablenkung“ hinaus. Wer lacht, lebt länger. Man kann Humor aber nicht als Tablette einnehmen, nur als Haltung. Es wäre als Medikament gar nie zugelassen: zu viele Nebenwirkungen. Weniger Herzinfarkte, weniger Infektionen, und noch dazu ein gutes Schmerzmittel. Haben Sie sich schon mal mit dem Hammer auf den Daumen gehauen? Das tut weh. Aber es macht einen großen Unterschied, ob man dabei alleine ist oder in Gesellschaft. Bist du allein, tut es lange weh. Mit jemandem in der Nähe musst du lachen, und der Schmerz lässt nach. Wer Schmerzen hat, sollte also nicht alleine sein und etwas zu lachen haben.

Sollte jeder Arzt einen Clown-Kurs machen?

Unbedingt. Für die Atmosphäre auf Station untereinander und für die Beziehung zu kleinen und großen Patienten spielt Humor und Spontaneität eine große Rolle. Viel davon lässt sich lernen und üben. Es geht nicht darum, sich zu verstellen – im Gegenteil. Die Wahrheit und die Situation sind oft viel komischer, wenn man sich traut damit umzugehen. Humor heißt nicht, sich und den anderen nicht ernst zu nehmen. Sondern den Stress, der natürlich dort herrscht, wo Menschen unter bedrohlichen Umständen zusammen kommen, erträglich zu machen.

Was hilft denn im Krankenhaus noch - außer Medikamenten, Operationen, Ärzten und Clowns?

Meine Vision für „HUMOR HILFT HEILEN“ ist größer, ähnlich wie Patch Adams träume ich von einem Krankenhaus, in dem die verschiedenen Künste neben der Heilkunst zur Genesung beitragen: Musik, Theater, Literatur. Allein in der Gestaltung der Räumlichkeiten, in den Farben und Bildern, die an der Wand hängen, ist viel mehr möglich. Dafür fühlt sich meistens keiner zuständig oder es wird nicht für wichtig gehalten. Dabei ist oft ein Krankenhaus kein besonders guter Ort für Kranke, und man muss schon ziemlich gesund sein, da wieder heil heraus zu kommen… Lachen ist die schönste Infektion, die man sich im Krankenhaus holen kann!

Was war Ihr schönstes Erlebnis mit der Heilkraft des Lachens?

Ein einschneidendes Erlebnis kam, als ich vor seelisch gestörten Kindern auftrat in München. Ein Junge litt unter „selektivem Mutismus“, d.h. er wollte einfach nicht mehr reden, über Wochen. Beim Mitzaubern „vergaß“ er ganz seine Störung und schrie aus vollem Hals mit allen anderen Kindern mit. Als mir das der Arzt später erzählte, ahnte ich das erste Mal, dass Humor auch helfen kann zu heilen. Das ist über 10 Jahre her, aber ich habe es nie vergessen und es motiviert mich noch heute, Lachen ernst zu nehmen – so komisch es klingt.